Was die Ortsgruppe derzeit macht ...
> Moosmatt -Heuernte 2026
Am 15. Juni, gerade noch vor der außergewöhnlichen Hitzewelle, trafen sich fünf Aktive der Ortsgruppe Offenburg und trugen das Gras an der Moosmatt ab, das Michael Biundo bereits gemäht hatte. Das getrocknete Gras wird dabei mit großen Heurechen zu linienförmigen Walzen zusammengerecht, anschließend mit Heugabeln abtransportiert. Wir luden es an den Rändern der Wiese ab. Für Vieh ist dieses Heu nicht geeignet, weil es aus Artenschutzgründen so spät gemäht wird, dass der Nährstoffgehalt nicht mehr sehr hoch ist. Außerdem müssten wir garantieren können, dass keine Pflanzen dabei sind, die für Tiere giftig sind wie das Jakobskreuzkraut – das können wir nicht.
Die Mahd erfolgt so spät, weil dann Gräser und Kräuter verblüht sind und ihre Samen verbreitet haben. Abgetragen wird das Heu, um die Streuobstwiese auszumagern. Je magerer eine Wiese, umso größer ist die Artenvielfalt. Beobachtet wurden wir während unserer Aktion von einem Bussard auf einem angrenzenden Baum, der wohl auf leichte Beute in der gemähten und damit übersichtlichen Wiese hoffte.
Welche Artenvielfalt durch unsere Pflegemaßnahmen zu beobachten ist, findet sich in einer Zusammenstellung weiter unten.
> Jahresausflug 2025
>> Durch die Weinberge zum "Wäldle" in Ortenberg <<
Am 13. September traf sich die Ortsgruppe zu ihrem Jahresausflug, einer Wanderung von Zell-Weierbach nach Ortenberg durch die Reben. Ziel war „s’Wäldle" in Ortenberg, ein Tiny Forest. Projektleiter Georgios Kouprizas vom Sozialen Netzwerk Ortenberg (SoNO) erläuterte das Naturschutz-Projekt und seine Ziele.
Im Frühjahr 2025 wurden dazu auf 360 Quadratmetern mehrere hundert Bäume und Sträucher gepflanzt. Die BUND-Mitglieder hatten Gelegenheit, selbst durch die kleine Wildnis zu streifen, die seither hier entstanden ist und nun einen positiven Einfluss auf das Mikroklima hat. In Zeiten des Klimawandels sind solche Tiny Forests auf bisher versiegelten Flächen in Städten und Dörfern ein kleiner Beitrag zur Klimaanpassung.
Den Abschluss des Jahresausfluges bildete die Einkehr im Gasthaus Krone in Ortenberg.
Nähere Informationen zum Tiny Forest finden sich unter hier auf der Homepage des BUND-Umweltzentrums Ortenau und hier beim Sozialen Netzwerk Ortenberg SoNO.
> Ein Uhu für das Schulmuseum
Der Uhu und Norbert Litterst mit Alfons End, dem Leiter des Schulmuseums, bei der Übergabe
Dieser Uhu wurde 2022 in der Nähe von Griesheim bei Offenburg tot aufgefunden. Vermutlich ist er durch einen Stromschlag ums Leben gekommen.
Der Uhu ist die größte Eulenart in Deutschland mit einer Flügelspannweite von bis zu 170 cm. Unser BUND-Mitglied Hans-Jürgen Kiefer brachte den Uhu der BUND-Ortsgruppe Offenburg.
Wir haben den Vogel präparieren lassen, was die Tier-Präpatorin Heidrun Carstensen übernommen hat. Zuvor musste jedoch eine Genehmigung dafür beim Regierungspäsidium Freiburg eingeholt werden. Nachdem der Uhu zur besseren Präsentation und zum Schutz noch in einem Schaukasten platziert wurde, konnte er am 13. Mai 2024 an das Schulmuseum Zell-Weierbach als Leihgabe der BUND-Ortsgruppe Offenburg übergeben werden. So können Besucher des Schulmuseums den Vogel, den man sonst so eher nicht zu Gesicht bekommt, aus nächster Nähe betrachten.
> Zweiter Ortenauer Streuobsttag
Am Sonntag, 22. Oktober 2023, fand in der Festhalle Zunsweier zum zweitern Mal der Ortenauer Streuobsttag statt. Veranstalter war FOSA, der Förderverein Ortenauer Streuobstanbau. Hier wurde die interessierte Öffentlichkeit über die ökologische Bedeutung der Streuobstwiesen informiert und welche insbesondere Apfelsorten dort vorzufinden sind.
Unter den Ausstellern und Infoständen war auch unsere BUND-Ortsgruppe mit ihrem Pavillion wieder vertreten. Hier gab es Wissenwertes rund um die Bedeutung der Streuobstwiesen und deren Besonderheit für die Erhaltung der Vielfalt an Insekten. Auch ließen sich wieder einige Besucher davon überzeugen, den Volksantrag gegen den Flächenverbrauch durch ihre Unterschrift zu unterstützen.
> Flächenfrass stoppen
> Wir haben die Initiative zum Volksantrag „Ländle leben lassen“ tatkräftig unterstützt.
> Dazu informierten wir an unserem Stand in der Offenburger Innenstadt und konnten zahlreiche Unterschriften von Unterstützerinnen und Unterstützern erhalten.
Wenn in Baden-Württemberg insgesamt 39.000 Menschen den Antrag unterzeichnen, muss der Landtag über die im Volksantrag erhobenen Forderungen beraten und die Initiatoren anhören.
Am 1. März 2024 wurden 53.276 Unterschriftenformulare an den Landtag Baden-Württemberg überreicht. Allerdings hat der Landtag den Antrag mehrheitlich abgelehnt. Wie es dazu kam und wie es dann weiterging, können Sie hier nachlesen.
> 1990 - 2020: 30 Jahre BUND-Ortsgruppe Offenburg
Die BUND-Ortsgruppe Offenburg feierte im Jahr 2020 ihr 30-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass wurde am Ortenauer Weinwanderweg oberhalb von Fessenbach-Albersbach eine Informationstafel aufgestellt, die über Naturschutzmaßnahmen der BUND-Ortsgruppe der letzten drei Jahrzehnte in den Gewannen Moosmatt und Albersbacher Matt informiert. (Standort nach GPS-Koordinaten: N 48º 27.683’ / E 007º 59.615’)
Am 19. September 2020 wurde die Tafel mit einer kleinen Feier eingeweiht. Mit dabei waren der Fessenbacher Ortsvorsteher Paul Litterst (li), der BUND-Regionalgeschäftsführer Südlicher Oberrhein Stefan Auchter (re) und die Geschäftsführerin des BUND-Umweltzentrums Ortenau, Petra Rumpel (2. von li), die der Ortsgruppe als Geschenk zum Jubiläum eine eigene Bowflag überreichte, die nun bei zukünftigen öffentlichen Auftritten verwendet werden kann.
Ein Zeitungsbericht dazu (—> Link hier) findet sich auch im OFFENBURGER TAGEBLATT am 25.9.
> Wildbienenstand auf der Moosmatt
Ein Poster mit Text und Bildern verscheidener Wildbienenarten gibt anschaulich Auskunft und eine Texttafel informiert darüber hinaus über das Leben der Wildbienen und dass ihr Vorkommen sogar helfen kann, ein Gebiet unter Naturschutz zu stellen.
Wildbienen legen in freier Natur Bruthöhlen in Lehm- oder Lösswänden an. Brutröhren sind auch hohle Pflanzenstängel und Hohlräume in Hölzern. Unser Wildbienenstand dient Wildbienen als Nisthilfe. Hier kann man sie beobachten, wie sie in den Brutröhren aus Nektar und Pollen zuerst einen Nahrungsvorrat anlegen. Dann wird ein Ei abgelegt und die Brutkammer mit Lehm verschlossen. So kann der Nachwuchs sich ungestört entwickeln. Ein kleiner Beitrag gegen den bedrohlichen Insektenschwund in unserer Landschaft!
> Artenreichtum auf der Moosmatt
> An einem Sommertag am Sahlesbach
Beobachtungen an einem Sommernachmittag am Sahlesbach:
Rosenkäfer (1), Distelbockkäfer (2), Spinne mit erbeuteter Honigbiene (3),
Exuvie (Larvenhülle) einer Quelljungfer (Libellenart) (4)
> Tagfalter bald ausgestorben
Das Insektensterben hat wohl vielfältige Ursachen. Auffällig ist, dass in unserer Gegend unsere schönsten Tagfalter, Tagpfauenauge und Admiral (s. Foto), zumindest in den Weinbaugebieten nahezu ausgerottet wurden.
Schuld daran trägt das Insektizid „Spinosad“, das von Winzern auf die fast reifen Trauben gegen die Kitschessigfliege gespritzt wird, die reife Früchte, auch im Obstbau, angreift. Diese Fliege wurde als Folge der Globalisierung erst 2008 von Asien nach Europa eingeschleppt.
Tagpfauenauge und Admiral sind im Spätjahr auf Fallobst angewiesen, saugen auch gerne Saft von Trauben. Damit reichern sie ihr Gewebe mit Zucker an. Dieser dient als Frostschutz, weil diese Schmetterlinge als Falter überwintern. Im Frühjahr legen sie dann ihre Eier an Brenneseln ab, sofern diese nicht bereits abgemäht wurden!
Werden Trauben und Obst nun mit „Spinosad“ bespritzt, sterben nicht nur (ein Teil) der Kirschessigfliegen, sondern auch alle anderen Insekten, die damit in Kontakt kommen. Für den Menschen sei das natürlich völlig ungefährlich (Stand heute)!
Die überfällige Initiative zum Volksbegehren „Rettet die Bienen“ in Baden-Württemberg (u. a. mit der Forderung nach weniger Pestiziden) wurde auch von Winzern massiv bekämpft, denn man habe ja andere Möglichkeiten und sei ja Landschafts- und Naturschützer per se.
Den vor der Kirschessigfliege geretteten Wein können die Winzer - trotz Corona-Einbußen in der Gastronomie - vielleicht verkaufen, aber dem Insektensterben ist damit nicht Einhalt geboten! Immerhin: Bis 2030 sollen (allerding nur!) 40 bis 50 Prozent weniger Pestizide ausgebracht werden. Aber vielleicht haben die Falter damit nochmals eine kleine Chance.