Erdaushubdeponie Satte Klamm

                                                                                      Offenburg, 11.10.2016

Stadt Offenburg
Bürgermeister
Herr Martini
77654 Offenburg



Geplante Erweiterung der Erdaushubdeponie Satte Klamm

abschriftlich: Gemeinderatsfraktionen, Presse


Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

das Landratsamt Ortenaukreis plant derzeit eine Erweiterung der Erdaushubdeponie Satte Klamm bei Rammersweier.

Die BUND-Ortsgruppe Offenburg lehnt die Erweiterung der Erdaushubdeponie Satte Klamm aus folgenden Gründen ab:

Mit der geplanten Erweiterungsfläche würde wertvoller Waldbestand vernichtet und damit Lebensraum für verschiedenste Tier- und Pflanzenarten.
Darüber hinaus sollte unbelasteter Erdaushub sinnvoller verwendet werden als einfach Löcher in der Landschaft aufzufüllen.
So könnte der Erdaushub dazu dienen Lärmschutzwälle entlang von Fernstraßen anzulegen.

Der Vorschlag der Stadt Offenburg den bestehenden Lärmschutzwall auf Höhe des Stadtteils Waltersweier entlang der Autobahn nach Norden zu erweitern in Höhe des Stadteils Weier wird von uns ausdrücklich begrüßt.

Wir könnten uns vorstellen, dass weitere Lärmschutzwälle auf Gemarkung Offenburg angelegt werden, beispielsweise entlang der B33 auf Höhe vom Stadtteil Elgersweier im Bereich zwischen Offenburger Straße und Kinzigstraße. Auch im Bereich südlich der Kinzigstraße entlang der B33 wäre ein Lärmschutzwall denkbar.
Dieser Lärmschutzwall würde in Anbetracht des vierspurigen Ausbaus der B33 eine deutliche Lärmschutzwirkung für den Stadtteil Elgerweier in Zukunft bedeuten.

Lärmschutzwälle entlang von Straßen werten auch den Straßenrand ökologisch auf. Die von der Sonne beschienenen Wiesenflächen auf dem Lärmschutzwall sind Lebensräume für wärmeliebende Tier- und Pflanzenarten. Auch heimische Sträucher auf den Lärmschutzwällen bieten Nistmöglichkeiten für in Hecken brütenden Vogelarten.
Lärmschutzwälle können durch ihre längliche Struktur und ihren naturnahen Flächen auch einen Beitrag zur Biotopvernetzung leisten.


Wir bitten die Stadt Offenburg unsere Anregungen aufzugreifen und anfallenden Erdaushub künftig sinnvoll im Sinne des Lärmschutzes und des Naturschutzes einzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen
                                                                                                         
Norbert Litterst                                                                                   
(Vorsitzender BUND Offenburg)    

 

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Stellungnahme zum Umbau der Wilhelmstraße

                                                                                 Offenburg, 01.08.2016


Stadt Offenburg
Bürgermeister
Herr Martini
77654 Offenburg



Geplanter Umbau der Wilhelmstraße

abschriftlich: Gemeinderatsfraktionen, Presse


Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

die Stadt Offenburg plant derzeit den Umbau der Wilhelmstraße um Fahrradschutzstreifen auf beiden Straßenseiten anzubringen und zusätzliche Bushaltestellen einzurichten.

Bei diesen Planungen kam es auch seitens der Stadt Offenburg zur Überlegung, ob die bestehende zweite Baumreihe entlang des Bahngrabens zwischen Zauberflötenbrücke und Unionrampe gefällt werden sollte um Raum zu schaffen für die Fahrradschutzstreifen auf der Fahrbahn.
Die BUND-Ortsgruppe hat solchen Überlegungen bereits mit Schreiben vom 05.06.2016
widersprochen und tritt dafür ein den Parkstreifen auf der gegenüber liegenden Straßenseite aufzuheben. Somit wäre genug Straßenraum vorhanden um beidseitig Fahrradschutzstreifen anzubringen ohne auf die zweite Baumreihe verzichten zu müssen.

Die BUND-Ortsgruppe ist jedoch der Meinung, dass bei Umplanung der Wilhelmstraße viel grundsätzlicher gedacht werden sollte.

Die Wilhelmstraße trennt die Oststadt von der Innenstadt und stellt daher für Fußgänger und Radfahrer eine Barriere dar. Diese Barriere sollte bei der Umplanung der Straße möglichst verringert werden.
Auch sollte bedacht werden, wenn durchgängige Fahrradschutzstreifen von der Unionrampe bis zur Zähringerbrücke auf der Fahrbahn beidseitig angelegt werden sollen, wäre im Kreuzungsbereich „Wilhelmstraße/Zauberflötenbrücke/Friedenstraße“ der Raum für die Fahrradschutzstreifen wohl nicht ausreichend vorhanden. Ein durchgängiger Fahrradschutzstreifen sollte jedoch aus Sicherheitsgründen angestrebt werden.
 
Somit ist die BUND-Ortsgruppe der Auffassung, dass die Wilhelmstraße in ein Tempo-30-Bereich umgewidmet werden sollte.
Dabei könnten die Ampelanlagen im beschriebenen Kreuzungsbereich abgebaut und auf die Linksabbiegespuren verzichtet werden. Somit wäre genug Raum auf der Fahrbahn vorhanden für durchgängige Fahrradschutzstreifen.
Die Fußgängerampeln könnten durch markierte Fußgängerüberwege (Zebrastreifen) ersetzt werden.
Evtl. könnte auch die Ampelanlage an der Einmündung Luisenstraße abgebaut werden und
markierte Fußgängerüberwege angebracht werden.

Die Radfahrer würden die Fahrradschutzstreifen auf der Fahrbahn dann auch eher akzeptieren bei Tempo 30 für Autofahrer, da das subjektive Sicherheitsgefühl für Radfahrer erhöht wird.

Ein Tempo-30-Bereich ohne Ampeln würde den Verkehr fließender gestalten, da die Rotphasen der Ampeln für Autofahrer entfallen würden. Auch Fußgänger müssten beim Queren der Fahrbahn nicht bei roten Fußgängerampeln stehen bleiben, obwohl oft keine Autos fahren.

Ein Tempo-30-Bereich wäre auch ein kleiner Beitrag für mehr Lärmschutz in der Wilhelmstraße.

Wir bitten die Stadt Offenburg eine Einrichtung eines Tempo-30-Bereiches in der Wilhelmstraße in ihre Überlegungen einzubeziehen.

Mit freundlichen Grüßen                                          1 Anlage    
Ihre BUND-Ortsgruppe                                            (Schreiben vom 05.06.2016)

Norbert Litterst
(Vorsitzender BUND Offenburg)

 

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"Wasserschutz birgt Konflikte"

Leserbrief zum Artikel im Offenburger Tageblatt vom 29.02.16 „Ortenau Regional“

Vielen Dank für den Artikel zur Europäischen Wasserrahmenrichtlinie.  Tatsächlich wird diese von einigen Kommunen schlicht ignoriert.  Es bestehen erschreckende Defizite. So wurde bspw. der Schwärzenbach in Gengenbach-Reichenbach nach Hochwasser wieder „instandgesetzt“ und zwar genau so, wie man es eben nicht machen sollte.

Ein Verfahren hiergegen ist derzeit anhängig. In Gengenbach kümmert man sich offenbar lieber um Hubschrauber.

Bezeichend auch, dass der Bauerverband (BLHV) hier Umwelt gegen Landwirtschaft ausspielt. Die wahren Flächenfresser und Versiegeler bleiben außen vor. Die ungebremste Mehrspurigkeit im Straßenbau und x-te Ortsumgehung fressen mehr Ackerland als unbewirtschaftete Blühstreifen. Diese sind unerlässlich als Ersatzfläche für bestäubende Insekten, wichtig gerade in der Landwirtschaft. Übrigens werden 1/3 aller erzeugten Lebensmittel weggeworfen. Das Herandüngen bis direkt an den Bach, um die Ernährung zu sichern, ist also schlicht die falsche Baustelle.

Bund für Umwelt und Naturschutz e.V.
Michael Biundo

 

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Stellungnahme zum Straßenbau und zum Autobahn-Zubringer OG-Süd

 

veröffentlicht in der Badischen Zeitung am Freitag, 16.10.2015

Die Ortsgruppe Offenburg des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist erstaunt über die Forderungen des Landrates, der Oberbürgermeisterin der Stadt Offenburg und dem Bürgermeister aus Gengenbach einschl. des IHK-Präsidenten zum Straßenausbau in der Ortenau.

Die Forderung nach sechsstreifigen Ausbau der Autobahn A5 zwischen Offenburg und Freiburg, dem vierstreifigen Ausbau der B33 zwischen Offenburg und Triberg, sowie ein neuer Autobahnzubringer Süd bei Offenburg ist völlig überzogen.

Nicht nur dass diese Ausbaumaßnahmen viel Steuergeld verschlingen wird, sondern es wird auch viel Landschaft verbraucht.

Ein vollständig neuer Autobahnzubringer Süd ist nicht erforderlich, da bestehende Straßenverbindungen hierzu genutzt werden können und zwar B3-Umgehung Hofweier und die Landstraße zwischen Niederschopfheim und Ichenheim. Diese Landstraße müsste lediglich einen Autobahnanschluss erhalten, der dann als neuer Autobahnzubringer für Offenburg, Hohberg und Neuried dienen könnte.

Grundsätzlich muss bedacht werden, dass mehr Straßen- und Straßenausbau auch mehr Verkehr erbringt, da Distanzen schneller überwunden werden können und daher auch die Straßen öfters befahren werden. Es gilt der Grundsatz „Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten“.

Dies dient nicht dem Umweltschutz, stattdessen sollte der schienengebundene ÖPNV ausgebaut und der Güterverkehr auf die Schiene verlagert werden.

Besonders verwundert sind wir über die erpresserische Strategie die Unternehmen anwenden, indem sie mit Abwanderung drohen. Es ist doch kaum glaubhaft, dass eine weitere Spur auf der B33 bzw. A5 über den Auf- und Niedergang eines Unternehmens entscheidet.

Politiker sind dem ökonomischen Prinzip nicht verpflichtet. Sie sind verpflichtet für die Bürger den Nutzen zu mehren und Schaden von ihm abzuwenden.

Auch abnehmende Bevölkerungszahlen in hinteren  Tälern wird man nicht mit breiteren Straßen aufhalten.
Eine Landschaft wird bei Straßenbau weiter versiegelt, guter Ackerboden verschlossen, eine Natur weniger wertvoll und zwar für Alle.


Norbert Litterst
(Vorsitzender BUND Offenburg)


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Offener Brief von 2012 zum Bahntunnel zur Umfahrung von Offenburg

          > siehe Menüpunkt Bahntunnel Offenburg

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Wasserrechtliches Planfeststellungsverfahren für den Bau und Betrieb einer Wasserkraftanlage

                                                                              Offenburg, 12.10.2012


Landratsamt Ortenaukreis
Amt für Umweltschutz
Untere Wasserbehörde
Badstr. 20
77652 Offenburg



Wasserrechtliches Planfeststellungsverfahren für den Bau und Betrieb einer Wasserkraftanlage (einschl. der Herstellung der gewässerökologischen Durchgängigkeit) am Offenburger Mühlbach auf Gemarkung Offenburg


Sehr geehrte Frau Zeeb,

die Stadt Offenburg plant das Mühlbachareal zu sanieren. Dieser Sanierung steht die BUND-Ortsgruppe Offenburg sehr positiv gegenüber, da der BUND sich immer für die Nutzung von Brachflächen eingesetzt hat um dadurch den Flächenverbrauch zu vermindern.

Das Mühlbachkonzept sieht auch eine Eingrünung/Renaturierung des Mühlbachufers vor und die Zugänglichkeit des Mühlbaches soll verbessert werden. Auch dies findet die volle Unterstützung der BUND-Ortsgruppe Offenburg.

Nach dem uns vorgelegten wasserrechtlichen Planfeststellungsverfahren soll auch der Mühlbach energetisch genutzt werden. Dies wird von uns jedoch sehr kritisch beurteilt, da der Mühlbach überwiegend durch das Kinzigwasser gespeist wird und somit pro Sekunde sieben Kubikmeter Wasser aus der Kinzig abgeleitet werden. Dies führt in trockenen Sommern zur Austrockung des Kinzigbettes. Dies ist aus gewässerökologischer Sicht nicht hinnehmbar.

Wir befürworten daher eine Reduzierung der Ableitung des Kinzigwasser in den Mühlbach von bisher sieben Kubikmeter pro Sekunde auf  zwei bis drei Kubikmeter, wie dies bereits in früheren Überlegungen zur Mühlbachrenaturierung angedacht wurde.
Dadurch verbleibt bei Niedrigwasser mehr Wasser in der Kinzig. Dies führt auch zu einer besseren Auslastung des dortigen Wasserkraftwerkes am Großen Deich. Somit ist eine optimale Wasserkraftnutzung gewährleistet.

Darüber hinaus ergäbe sich die Möglichkeit den Mühlbach im Rahmen der Sanierung des Mühlbachareals (ehmaliges Spinnereigelände) zu renaturieren und die naturfern verbauten Uferabschnitte zu beseitigen. Eine fließgewässertypische Tier- und Pflanzenwelt kann sich dann wieder einstellen.
Auch kann die Durchgängigkeit des Mühlbaches für Fische und sonstige Wasserorganismen in diesem Bereich hergestellt werden. 

Der Bau eines neuen Wasserkraftwerkes sieht zwar auch Fischaufstiegs- und Fischabstiegsbauten vor, jedoch ist immer fraglich, ob diese Vorrichtungen von den verschiedenen Fischarten auch angenommen werden und die gewässerökologische Durchgängigkeit dadurch in vollem Umfang wieder hergestellt werden kann.
 
Wir lehnen eine engetischen Nutzung des Mühlbaches daher ab und  bitten das Amt für Umweltschutz der Wasserökologie in der Kinzig und im Mühlbach Vorrang einzuräumen gegenüber einer energetischen Nutzung..

Mit freundlichen Grüßen

Norbert Litterst
(Vorsitzender BUND-Ortsgruppe)

 

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Alter Kirchweg am Friedhof Weingarten

                                                                                         Offenburg, 08.12.2012

Technische Betriebe Offenburg
Geschäftsführer
Herr Müller
77652 Offenburg


Alter Kirchweg am Friedhof Weingarten

nachrichtlich: Oberbürgermeisterin, Ortsvorsteher Zell-Weierbach und Fessenbach, Gemeinderatsfraktionen, Presse


Sehr geehrter Herr Müller,

im Zuge der Zusammenlegung des alten Weingarten-Friedhofes von Zell-Weierbach mit dem neuen Weingarten-Friedhof planen die Technischen Betriebe Offenburg den bisherigen Alten Kirchweg, der die beiden Friedhöfe trennt, aufzuschütten.
Dadurch würde nicht nur ein historischer Kirchweg, der Jahrhunderte alt ist und teilweise als Hohlweg ausgestaltet ist, beseitigt und damit ein Stück Kulturgut aus unserer Kulturlandschaft verschwinden. Auch die historische Grenze zwischen altem und neuem Friedhof wäre für künftige Generationen nicht mehr erkennbar.

Darüber hinaus ist der Alte Kirchweg auch ein kleines Biotop in unserer Kulturlandschaft. Er ist begrenzt durch heimische Hecken, die Brut- und Nahrungsbiotope für unsere Singvögel sind.

Auch neue Querverbindungen zwischen dem neuen und alten Weingarten-Friedhof würden das schöne Ensemble von Weg, Böschungen und Hecken stören. Die bereits bestehende Querverbindung ist völlig ausreichend und sollte nicht durch weitere Wege ergänzt werden.

Der Alte Kirchweg sollte vielmehr ökologisch aufgewertet werden, indem beispielsweise im Bereich des ehemaligen Pfarrgartens eine Buchenhecke neu angelegt werden sollte. Auch könnte bei künftigen Sanierungsmaßnahme des alten Weges der Asphaltbelag durch eine naturnahe Wegebefestigung ersetzt werden, z.B. Naturpflaster.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre BUND-Ortsgruppe



Norbert Litterst
(Vorsitzender BUND-Ortsgruppe)  

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