Bahn wirbt für zweiröhrigen Tunnel in Offenburg

 

An dieser Stelle ein Hinweis auf einen Artikel in der Badischen Zeitung vom Freitag, 27.06.14 zum Thema. Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass die BUND-Ortsgruppe mit ihrer Forderung eines 2-röhrigen Tunnels voll richtig liegt. 

Nach fast einjähriger Pause kommt wieder Bewegung in den Offenburger Tunnelkampf: Die Bahn setzt in Offenburg klar auf einen zweiröhrigen Tunnel und wünscht sich dafür die Unterstützung der Stadt.

http://www.badische-zeitung.de/offenburg/bahn-wirbt-fuer-zweiroehrigen-tunnel-in-offenburg--86698397.html

Offener Brief zum Bahntunnel zur Umfahrung von Offenburg

 

Norbert Litterst                                                                      
Lerchenbergweg 23a
77654 Offenburg                                                           Offfenburg, 28.04.2012

 

Stadt Offenburg
Oberbürgermeisterin
Frau Schreiner
77654 Offenburg

 

Güterzugtunnel für Offenburg

 
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,

die BUND-Ortsgruppe Offenburg verfolgt mit Interesse die Diskussion über einen geplanten Güterzugtunnel für Offenburg.
Wir unterstützen die Stadt Offenburg in ihrer Forderung nach einem Güterzugtunnel, da die Durchfahrt von Güterzügen vor allem in den Nachtstunden aus Lärmschutzgründen nicht weiter zumutbar ist, auch angesichts der Tatsache, dass die Anzahl der Güterzüge sich in Zukunft wesentlich erhöhen wird.

Die Forderung der Stadt Offenburg nach einem einröhrigen Güterzugtunnel können wir jedoch nicht nachvollziehen und daher auch nicht unterstützen.
Wir treten für einen zweiröhrigen Güterzugtunnel ein aus folgenden Gründen:

  • Die Deutsche Bahn selbst favorisiert einen zweiröhrigen Tunnel, da dies die Kapazität wesentlich erhöht. Auch wir sind der Meinung, dass in Offenburg kein künstliches Nadelöhr für den Schienenverkehr gebaut werden darf. Zumal das Ziel für die Zukunft sein muss wesentlich mehr Verkehr auf die Schiene zu verlagern.
  • Das Argument der Stadt Offenburg, dass evtl. der Hauptbahnhof dann kein ICE-Halt mehr sein könnte, da die ICE-Züge künftig durch den Tunnel fahren bei einer zweiröhrigen Variante, ist nicht stichhaltig. Schließlich gibt es heute schon Bahnhöfe durch die ICE-Züge ohne Halt durchfahren auch ohne Umgehungstrasse. Somit besteht keine Garantie, dass bei einer einröhrigen Variante die ICE-Züge in Zukunft weiterhin in Offenburg halten. Dennoch sehen wir die Gefahr als gering an, da das aufstrebende Oberzentrum Offenburg seitens der Bahn mit Sicherheit weiterhin als ICE-Halt attraktiv ist.
  • Eine einröhrige Tunnelvariante würde bedeuten, dass oberirdische Rettungswege im FFH-Gebiet Stadtwald angelegt werden müssten und das im Abstand von 500 Meter. Dies würde eine erhebliche Beeinträchtigung der ökologischen Wertigkeit des Stadtwaldes nach sich ziehen und ist mit dem FFH-Schutzgebietsstatus unvereinbar und daher nicht genehmigungsfähig. Das Ziel von FFH-Schutzgebieten ist ja gerade großflächige unzerschnittene Lebensräume zu erhalten und in ihrer Wertigkeit nicht zu beeinträchtigen. Eine zweiröhrige Tunnelvariante bietet die Möglichkeit bei einem Unfall im Tunnel die andere Röhre als Rettungsweg zu nutzen. Lediglich im Abstand von 500 Meter müssten unterirdische Querverbindungen zwischen den Tunnelröhren angelegt werden. Somit könnte das darüber liegende FFH-Gebiet geschont werden.         

Mit freundlichen Grüßen

Ihre BUND-Ortsgruppe

 
Norbert Litterst
Vorsitzender BUND Offenburg



Suche